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Schwarzer Peter — Einfach erklärt

Dieses Spiel, so nett es dem Namen nach klingen mag, hat eine etwas düstere Vorgeschichte. Der Legende nach soll sein Erfinder ein böser Räuber gewesen sein, der sich das Spiel „Schwarzer Peter“ noch im Gefängnis ausdachte. Die ersten Spielkarten dafür gab es bereits um 1830, heute ist das Spiel weltweit verbreitet und nicht nur unter Erwachsenen beliebt. Überwiegend kleine Kinder freuen sich daran, zusammen mit ihren Eltern und der ganzen Familie, den Schwarzen Peter zu spielen. Ja, ein sehr familientaugliches Spiel mit einfachen Spielregeln und nachvollziehbaren Aktionen.

Ziel des Spiels

Das Ziel des Spieles ist eigentlich ziemlich simple: Halte dich fern, vom Schwarzen Peter! Wer ihn zuletzt noch auf der Hand hält, verliert das Spiel. Jetzt kann das Spiel sogar noch weitergeführt werden, indem der Verlierer eine bestimmte Aufgabe erfüllen muss.

Und so wird Schwarzer Peter richtig gespielt:

Im Originalen werden 31 Spielkarten genutzt, welche es meist in einem Kartenspiel Schwarzer Peter direkt zu kaufen gibt. Inzwischen gibt es unzählige Varianten von diesem Spiel, in der Regel nutzt man kinderfreundliche Motive. Darauf befinden sich schließlich sympathische Disneyfiguren oder Tiere, welche den Kindern vertraut sind. Wer sich kein gesondertes Set kaufen möchte, der kann auch herkömmliche Karten verwenden und 15 Paare herausnehmen. Der Joker fungiert dann als Schwarzer Peter und fertig ist das Spieleset.

Die Anzahl der Spieler ist beim Schwarzen Peter total variabel, es können so viele Personen mitspielen, wie eben vorhanden sind. Sind zu viele Personen am Spiel beteiligt, so genügt es, die Spielkarten einfach zu verdoppeln. Einfach anstelle von 15 Paaren, 30 Paare verwenden, wobei die Anzahl des Schwarzen Peters gleich bleibt, also immer nur einer.

Vor dem Spiel müssen die Karten gründlich gemischt werden, im Anschluss verteilt man sie zu gleichen Teilen an alle Spieler. Und zwar solange, bis keine Karten mehr übrig sind. Wer schon nach dem Austeilen ein Kartenpaar besitzt, der kann dieses direkt aus der Hand legen. Die Karten können offen oder verdeckt abgelegt werden, bestenfalls einigt man sich vor Spielbeginn auf eine Variante.

Nun wird festgestellt, wer beginnt. Das kann das jüngste Kind der Runde sein, derjenige der am schnellsten fünf Gummibärchen gegessen hat oder aber die rechte Person des Kartengebers. Letzteres kann dann einmal herum weitergeführt werden.

Immer Links herum beginnt nun das Kartenziehen, einer nach dem anderen, immer eine frei gewählte Karte vom Vorspieler. Zieht man damit eine Karte vom Nachbarn, die zusammen mit den eigenen Karten auf der Hand ein Pärchen bildet, so darf es die Hand verlassen. Bildet die gezogene Karte kein Paar, so muss sie zu den anderen aufgenommen werden. Schwarzen Peter gezogen? Lass es dir nicht anmerken! Der nächste Spieler geht nach dem selbigen Prinzip vor.

Liegen letztendlich alle Paare auf dem Tisch, so muss zwangsläufig eine Karte aus dem gesamten Spiel übrig bleiben – der Schwarze Peter! Na, wer hat ihn jetzt noch auf der Hand?

Die korrekte Wertung beim Schwarzen Peter

Nach der ersten Runde kann der Verlierer folglich eine Aufgabe erfüllen oder aber einfach mit 100 Punkten (individuell) bestraft werden. So kann nun vorab festgelegt werden, dass 10 Runden bei 5 Spielern ein Spiel bedeuten, wer die meisten Punkte hat, verliert.

Ein korrektes, originales Kartenspiel besteht aus 37 Karten, also 18 Paaren und einem Schwarzen Peter. Darüber hinaus eignet sich jede ungerade Anzahl von Karten, sodass es auch Schwarze Peter Varianten mit 31, 35 oder 43 Karten geben kann. Die Mindestvoraussetzung für den Antritt des Spieles ist die Spieleranzahl von 2 Personen. Wichtig ist außerdem, dass jeder Spieler die genau gleiche Anzahl an Karten erhält.

Abgewandelte Varianten des Schwarzen Peters

Spezielle Schwarze-Peter-Sets enthalten meist einen Esel, in anderen Stapeln darf es aber der Joker oder eine ungerade Zahl sein. Der Verlierer wird in anderen Ländern wie etwa Brasilien sogar als „Stinker“ bezeichnet, da er am Ende ein kleines Äffchen in der Hand hält. Die Varianten und Spielmöglichkeiten sind ziemlich flexibel und das Regelwerk ist alles andere als streng. Somit eignet sich dieses Spiel auch wunderbar als Gesellschaftsspiel während eines Kindergeburtstages oder für die ganze Familie. Die Dauer des Spiels variiert je nach Anzahl der Personen, im Schnitt dauert eine Spielrunde etwa 5-10 Minuten.

Informationen zum Spiel

Vor allem in deutschsprachigen Kreisen ist der Schwarze Peter extrem beliebt und sogar im Sprachgebraucht hat sich die Redewendung „jemandem den Schwarzen Peter zuschieben“ vollends etabliert. Ein recht negativ behafteter Spruch, der die heimtückischen Spielzüge des Kartenspiels bestens beschreibt.