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Schnapsen — Einfach erklärt

Schnapsen ist ein sehr lustiges, ursprünglich aus Österreich stammendes Kartenspiel. Ausgelegt ist es normalerweise für 2 Spieler und ist mit der klassischen deutschen Variante „Sechsundsechzig“ verwandt. Wer sich mit einem Ass-Zehn-Spiel ein wenig auskennt, der wird mit den Spielregeln des Schnapsens schnell vertraut werden. Allerdings erfordert das Spiel eine hohe Konzentration, weswegen es eher kein gemütliches Familienspiel ist. Eine gute Alternative zum Gesellschaftsspiel und eine echte Herausforderung, wo sicherlich keine Langeweile aufkommen wird.

Ziel des Spiels Schnapsen

Schnapsen ist eigentlich ein Augenspiel bei dem es darum geht, möglichst viele Punkte zu machen. Dies gelingt in erster Linie durch den Erhalt wertvoller Karten und indem man Stiche erzielt und dafür Bonuspunkte erhält. Auch wer Hochzeiten meldet, erhält viele Punkte. Sobald ein Spieler 66 Punkte melden kann, gewinnt dieser die Runde Schnapsen. Dabei gewinnt man eine Partie bereits mit sieben Karten und kann die Runde schnell beenden. Wertlose Karten gibt es nicht, jede Karte zählt und es müssen ständig Entscheidungen getroffen werden.

So wird Schnapsen gespielt:

Schnapsen wird grundsätzlich zu zweit gespielt und mit einem Kartenspiel mit französischen oder deutschen Farben. Allerdings werden nur 20 Karten benötigt. Die österreichische Variante des Schnapsens besteht aus 24 Karten, wie für 66. Vor dem Spiel müssen alle Neunen herausgenommen werden, sie haben keine weitere Bedeutung. Wer mit einem internationalen Kartenspiel mit 52 Karten spielt, der muss alle Karten von Neun bis Zwei herausnehmen und weg legen.
Gebraucht werden also nur folgende Karten mit Wertung:

  1. Ass → 11
  2. Könige → 4
  3. Damen → 3
  4. Buben → 2
  5. Zehner → 10

Der Kartengeber wird beim Schnapsen durch Kartenziehen bestimmt. Derjenige mit der höchsten Wertkarte beginnt die anderen Karten zu verteilen. Jeder Spieler erhält verdeckt fünf Spielkarten. Eine Karte wird zusätzlich offen auf den Tisch gelegt. Diese Farbe dieser Karte wird dann als Trumpffarbe bezeichnet, welche quer auf den Rest des Kartenstapels gelegt wird. Eine Hälfte der offenen Karten muss offen aufgelegt werden.

Der Kartengeber spielt nun zum ersten Stich auf. Dies tut er zunächst mit einer x-beliebigen Karte seiner Wahl. Nun gilt es einen Stich zu gewinnen, indem eine höhere Karte derselben Farbe sticht oder die Trumpffarbe einsetzt. Ist der erste Stich gespielt, so werden die am jeweiligen Stich beteiligten Karten weggeräumt, aber die Augen mit gezählt. Der Spieler der den Stich gewonnen hat nimmt nun die oberste Karte des Stapels auf, der Verlierer muss die darunterliegende Karte nehmen. Beide Spieler müssen jeweils wieder fünf Karten besitzen. Der Gewinner des Stichs spielt nun weiter bis entweder der Kartenstapel aufgebraucht ist, sich ein Spieler „ausgemeldet“ hat oder der Kartenstapel gesperrt wird. Dies hat folgende Bedeutungen:

Ist der Kartenstapel aufgebraucht gilt der so genannte Farb- und Stichzwang. Der Spieler der an der Reihe ist muss die angespielte Farbe mit einer farbgleichen und höheren Karte stechen, eine niedrigere Karte dieser Farbe dazu legen, mit einer Trumpfkarte stechen oder eine andere beliebige Karte abwerfen. Wer sich nicht an diese Regel hält, der verliert direkt und der Gewinner erhält drei Punkte.

Hat ein Spieler genau 66 Punkte oder mehr Augen erreicht so kann er sich ausmelden. Das Spiel ist mit sofortiger Wirkung beendet und jeder Spieler zählt seine Augen. Der Gewinner des Spiels erhält 3, 2 oder 1 Punkt. Dies staffelt sich nach folgender Regel:

Der Kartenstapel kann auch von einem Spieler gesperrt werden, wenn er denkt 66 Punkte erzielen zu können oder gar mehr erreicht zu haben. Ab diesem Zeitpunkt gilt wieder der Farb- und Stichzwang. Wenn ein Spieler einen Talon sperren möchte, so muss er die offene unterste Karte des Stapels nehmen und sie verdeckt über den restlichen Stapel legen. Dieser Vorgang wird auch als zudrehen bezeichnet. Der Spieler gewinnt das Spiel, wenn es ihm möglich ist im weiteren Spiel 66 Augen zu sammeln und sich damit abzumelden. Wer den letzten Stich erzielen kann, der braucht einen Talon nicht mehr zu sperren, denn dieser hat schließlich keine Bedeutung mehr.

Die Anzahl der Siegerpunkte richtet sich immer nach der Augenzahl. Ist ein Stapel zugedreht müssen alle Augen, welche die anderen Spieler noch auf der Hand halten zusammen gezählt werden. Stiche und Ansagen vom Gegner zählen nach dem Zudrehen nicht. Der Gegner kann nun nur noch gewinnen, wenn derjenige der den Talon zugedreht hat, keine 66 Augen erzielen konnte.

Weitere Regelung beim Schnapsen

Ein Spieler kann während eines Spiels aussagen, ein gleichfarbiges König-Dame-Paar zu besitzen. Dann muss entweder der König oder die Dame ausgespielt werden. Wer eine solche Ansage tätigt erhält 40 Punkte. Allerdings nur dann wenn die Farbe eine Trumpffarbe ist. Ansonsten erhält der Spieler für die Ansage nur 20 Punkte.

Das Austauschen von Trumpf-Karten

Hält ein Spieler einen Trumpf-Buben, also die niedrigste Trumpfkarte, in der Hand, so kann dieser Spieler die Karte gegen eine offen ausliegende Trumpfkarte austauschen. Bezeichnet wird dieser Vorgang auch als rauben. Das Austauschen einer solchen Karte darf allerdings nur dann erfolgen, noch bevor die erste Karte zum nächsten Stich getätigt wird. Liegt nur noch eine Karte verdeckt im Talon oder auf dem Stapel, so darf die Trumpfkarte nicht ausgetauscht werden.